Presse
Herrn Ministerpräsident
Dr. Jürgen Rüttgers
Stadttor 1
40219 Düsseldorf Wuppertal, den 05.01.2009
Offener Brief Jugendämter / Aufsichtbehörde
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers,
Kinder sind unsere Zukunft und auch Sie haben dies zum Teil erkannt. An der Umsetzung als Landesvater für „seine" Kinder auch wirklich wirkungsvolles zu tun haben Sie sich bislang sehr zurückgehalten. Klar, es ist nicht immer richtig nach dem „Staat" zu rufen, doch Kinder sind die Schwächsten in unserer Gesellschaft. Immer mehr Kinder werden vernachlässigt, geschlagen und sogar getötet, selbst in staatlicher Obhut.
Seit Jahren wird eine Aufsichtsbehörde für die Jugendämter gefordert. Da sich immer mehr Fehlentscheidungen innerhalb der Jugendämter ergeben, wird der Ruf nach einer solchen hörbar lauter. Oftmals werden Kinder vorschnell aus Familien genommen. Das installieren einer Hilfsmaßnahme wie zum Beispiel einer sozialpädagogischen Familienhilfe dauert einfach zu lange. Eine Haushaltshilfe, die sehr oft schon hilfreich wäre, wird nicht Finanziert. Der bürokratische Aufwand ist langatmig. Da kommt der Eingriff Kinder in Obhut zunehmen, gerade recht. Welche Traumatisierungen die oftmals kleinen Kinder ausgesetzt sind, sind kaum zu beschreiben.
Wir erinnern an das Pflegekind Talea und an die „Kellerkinder" aus Wuppertal. Drei Kinder die als Beispiel für Tausende herhalten, aber deutlich machen, dass selbst Pflegeeltern überfordert sind und nicht ausreichend geprüft wurden. Wir könnten hier eine Liste von wirklich vielen Negativbeispielen aufzählen. Sicherlich gibt es auch „gute" Pflegeeltern die sich gut auf ihre Aufgabe vorbereitet haben und auch die Aufgabe gut meistern. Wir glauben allerdings, dass die meisten Pflegeeltern es aus rein finanziellem Interesse tun.
Doch Kinder sollten immer so schnell wie möglich wieder in ihre Herkunftsfamilien zurückkehren können. Intensiv muss von allen Beteiligten daran gearbeitet werden, aber auch die Möglichkeit erhalten.
Wir möchten Sie bitten, wenn schon das Gesetz eine Aufsichtsbehörde nicht vorsieht, eine so genannte freiwillige Selbstkontrolle und Beschwerdekommission für alle Jugendämter in NRW einzusetzen bzw. zu Empfehlen. Ein Rechtsstreit ist ärgerlich, langwierig und oft teuer.
Jedes Jugendamt sollte eine solche Kommission haben. Welche Aufgaben und auch welche Rechte einer solchen eingeräumt werden ist sicherlich zu besprechen. Empfehlungschrakter sollte eine solche auf jedenfalls haben, genau so sollte diese aus Personen der freien Wohlfahrtsverbände, einem Mitglied des jeweiligen Jugendhilfeausschuss und einem verantwortlichen des Jugendamt bestehen. Betroffene müssen die Möglichkeit erhalten dort ihren Standpunkt zu vertreten. Als gutes Beispiel für eine solche Kommission sind der Deutsche Presserat und auch die Ombudsmann-Verfahren der privaten Banken.
Wir würden uns freuen, wenn Sie einen solchen Vorschlag Prüfen. Eltern hätten endlich die Möglichkeit sich an eine Neutrale Kommission zu wenden. Lange Gerichtliche Verfahren könnten vermieden werden.
Mit freundlichen Grüßen
Paul Bludau, Vereinsvorsitzender
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